Deklaration

MEDUWA-Deklaration 2020 über die Emission von Human- und Tierarzneimitteln

13.2.2020, Zwolle, Während des Stakeholder- und Partnertreffens in Zwolle wurde die MEDUWA-Erklärung 2020 über die Emission von Human- und Tierarzneimitteln unterzeichnet:

Die unterzeichnenden Partner*innen und Interessenvertreter*innen des europäischen INTERREG-VA MEDUWA-Projekts erklären, dass:
1. Die Emission von Human- und Tierarzneimitteln (Pharmazeutika), deren Transformationsprodukten und Mikroorganismen, die gegen antimikrobielle Mittel resistent geworden sind, beeinträchtigen die Lebensqualität und sollten nach dem Vorsorgeprinzip vermieden werden.
2. Die Kontamination von Oberflächen-, Grund- und Trinkwasser, Boden, Lebensmitteln und Luft durch diese chemischen und biologischen Schadstoffe sollte als eine Frage der öffentlichen Hygiene betrachtet werden und Gegenstand einer kombinierten Gesundheitspolitik von Human- und Veterinärmedizin sein (OneHealth-Ansatz).
3. Es ist wichtig, dass die Sektoren Wasser, menschliche und tierärztliche Gesundheit sowie Landwirtschaft/Aquakultur zusammenarbeiten, um das Problem so weit wie möglich an seinem Ursprung zu lösen.
4. Bei der Aus- und Fortbildung derjenigen, die Arzneimittel verschreiben werden, muss dem Thema des Umweltkreislaufs von Arzneimitteln und antimikrobiell resistenten Mikroorganismen mehr Gewicht beigemessen werden.
5. Nach dem Verursacherprinzip und zur Senkung der gesellschaftlichen Kosten sollten Umweltqualitätsziele zunehmend in die Politik der Landwirtschaft sowie der Gesundheit von Mensch und Tier aller EU-Mitgliedstaaten integriert werden.
6. Politik und Gesetzgebung sollten mehr Gewicht auf die Herstellung, Verwendung und Abgabe von umweltpersistenten Medikamenten legen. Synthetische Chemikalien einschließlich Arzneimittel und ihre Auswirkungen werden in der Wasserrahmenrichtlinie und allen anderen damit zusammenhängenden Richtlinien noch immer nicht ausreichend berücksichtigt, so der jüngste EU-Fitness-Check.
7. Neben den (inter-)nationalen Regierungen werden regionale und lokale Regierungen dringend aufgefordert, die Politik in den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft und Human-/Veterinärgesundheit zu integrieren und Maßnahmen und Pilotprojekte zur Verbesserung der Qualität von Grund-, Oberflächen- und Trinkwasser sowie des Bodens zu ermöglichen.
8. Alle einschlägigen EU-Finanzierungsprogramme für Forschung und Entwicklung sollten die Entwicklung und Skalierung von quellenorientierten Lösungen beinhalten.
9. Wir werden uns bemühen, unsere grenzüberschreitende Zusammenarbeit fortzusetzen und MEDUWA-Innovationen auch nach dem Projektende im Jahr 2020 weiterzuentwickeln und zu fördern.
10. Wir werden dieses Thema weiterhin ganz oben auf unserer jeweiligen Agenda stehen lassen und andere Organisationen ermutigen, dasselbe innerhalb ihrer lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Netzwerke zu tun, und sie bitten, gemeinsam an konkreten Lösungen zu arbeiten.

Ziel der Erklärung ist es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträger*innen und Politikberater*innen, Forscher*innen und privaten Unternehmen anzuregen, um Maßnahmen gegen die biologische und chemische Umweltverschmutzung durch Arzneimittel und multiresistente Bakterien in der Umwelt zu ergreifen, die eine unsichtbare Bedrohung für Ökologie, öffentliche Gesundheit und Wirtschaft darstellen.

Eine ausführliche Fassung der MEDUWA Deklaration 2020 über die Emission von Human- und Tierarzneimitteln in englischer Fassung, sowie eine Übersicht der Unterzeichnenden finden Sie hier:  MEDUWA Declaration

Liste der Unterzeichnerparteien: MEDUWA Declaration_signatory parties_30042020

Wenn Sie eine Unterzeichnerpartei werden möchten, wenden Sie sich bitte an Alfons Uijtewaal: post[at]huizeaarde.nl.