Wildschwimmer haben mehr multiresistente Bakterien im Darm

Wildschwimmer haben mehr multiresistente Bakterien im Darm

Infektionen bei Menschen, die regelmäßig in Flüssen, Kanälen und Bächen schwimmen, können weniger erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. Dies liegt daran, dass beim Schwimmen Wasser mit Bakterien aufgenommen werden. Diese sind wiederum häufig resistent gegen Antibiotika.

Das niederländische National Institute for Public Health and the Environment (RIVM), das diese Forschung durchführte, empfiehlt daher, nur an offiziellen oder anderen gut erforschten Schwimmplätzen zu schwimmen. Wichtig ist, dass Wasserqualität an offiziellen EU-Schwimmstellen einen bestimmten Grenzwerten nicht überschreiten darf.

Wie wurde die Untersuchung durchgeführt? 
Vor und nach Schwimmwettbewerben und Stadtschwimmen wurden die Fäkalien der Teilnehmer auf resistente ESBL-produzierende E. coli untersucht. Dabei handelt es sich um Bakterien, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Die Anzahl der Schwimmer, die mehr multiresistenten Bakterien vor und nach dem Ereignis in sich trugen blieb auf dem gleichen Level.

Allerdings war sie höher als die eines durchschnittlichen Holländers. Daraus wurde der Schluss gezogen, dass Menschen, die häufiger in verschmutztem Wasser schwimmen, eher mit Bakterien in Berührung kommen.

Entscheidend ist, dass der Mensch nicht nur über verschmutztes Oberflächenwasser mit resistenten Bakterien in Berührung kommt. Dies kann auch über andere Menschen, über die Umwelt, über den Kontakt mit Tieren oder durch das Essen von (tierischen) Produkten geschehen.

Quelle: Blaak H. et al. 2019, Resistente Darmbakterien bei Freiwasserschwimmern, RIVM Letter Report 2019-0113. Download link