Weiterhin hoher Antibiotikaeinsatz in Masttierhaltung

Weiterhin hoher Antibiotikaeinsatz in Masttierhaltung

Vor fünf Jahren trat in Deutschland ein neues Arzneimittelgesetz in Kraft, welches den Antibiotikaeinsatz in der Masttierhaltung reduzieren sollte. Der Süddeutschen Zeitung und dem NDR liegt nun ein interner Bericht des Landwirtschaftsministerium vor. Dieser Bericht zeigt, dass es kaum zu einer Reduktion der Antibiotikaeinsätze gekommen ist.

Das Gesetzt sieht vor, dass Landwirte mit einer Mindestanzahl an Masttieren alle sechs Monate den Antibiotikaeinsatz melden muss. Liegt die verwendete Menge der Antibiotika über dem Durchschnitt, können die Behörden den Landwirten zu Gegenmaßnahmen verpflichten.

Der Bericht zeigt, dass es nur in der Schweinemast um eine Reduktion der Antibiotika gekommen ist, um mehr als 40%. Dagegen sind keine Veränderungen in der Geflügel- oder Kälbermast zuerkennen. Zusätzlich kritisieren z.B. die Grünen, dass es in der Geflügelmast auch zum Einsatz von Reserveantibiotika kommt. Die WHO stuft diese Medikamente als besonders wichtig für den Menschen ein, weil sie in Krankheitsfällen oft die letzten Medikamente sind, die zum Einsatz kommen. Werden diese Medikamente zu oft und in großen Mengen eingesetzt, können sich Resistenzen bilden, die sich auch auf den Menschen übertragen können. (Mehr Informationen sind auf diesem Blogeintrag zu den neusten Entwicklungen der WHO zu lesen).

Außerdem zeigen die Daten, dass es in besonders großen Betrieben zu einem deutlich höheren Antibiotikaeinsatz kommt, als in kleinen und mittleren. Das Landwirtschaftsministerium gibt währenddessen an, an der weiteren Minimierung zu arbeiten. Unter den genannten Umständen, sollten sowohl eine Neuregelung der Reserveantibiotika gehören, wie auch das Schließen von Gesetzteslücken.

 

 

 

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