Globaler Anstieg von Antibiotikaresistenzen in der Nutztierhaltung

Globaler Anstieg von Antibiotikaresistenzen in der Nutztierhaltung

Bisher wurde Diskussionen über den erhöhten Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft verstärkt in Industrienationen – insbesondere Zentren der Massentierhaltung – geführt. Eine globale Betrachtung unter Einbezug der Entwicklungen in Schwellen- und Entwicklungsländern blieb eher aus.

Nun hat ein Forscherteam der ETH Zürich, des Princeton Environmental Institute (PEI), und der Freien Universität Brüssel ein neues Paper veröffentlicht. Darin wird das Ausmaß der Antibiotikaresistenzen in der Viehhaltung deutlich. Dazu wurden fasst 1000 wissenschaftliche Artikel und Veterinärberichte analysiert und ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass es von 2000 bis 2018 einen Anstieg in der Zunahme von Antibiotika mit Resistenzen von über 50% (P50) in Entwicklungsländern gab. Bei Hühnern gab es einen Anstieg von 0,15 auf 0,41 und Schweinen von 0,13 auf 0,34. Das bedeutet, dass verwendete Antibiotika bei 40% der Hühner und etwa 33% der Schweine in mehr als die Hälfte der Fälle versagen.

Hotspots dieser Resistenzen bilden dabei die Regionen im Nordosten Indiens und China. Aber auch der Norden Pakistans, Iran, der Osten der Türkei sind betroffen. Ebenso die Südküste Brasiliens, das Delta des roten Flusses in Vietnam und die Umgebungen um Johannesburg und Mexiko-Stadt. Daneben gibt es weitere Regionen z.B. in Kenia, Marokko oder Uruguay. In diesen ist ebenfalls ein deutlicher Anstieg von Antibiotikaresistenzen verzeichnet.

Der Anstieg der Resistenzen in der Viehhaltung geht auch einher mit dem steigenden Konsum von tierischen Proteinen in den genannten Regionen. Die Forscher empfehlen sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um den steigenden Verbrauch und den Resistenzen entgegen zu wirken. Insbesondere warnen sie davor, dass weiterhin Antibiotika für den Menschen in der Massentierhaltung Verwendung finden. Dadurch steigt leider auch die Gefahr für den Menschen, dass lebenswichtige Antibiotika nicht mehr wirken.