Boden, Wasser und Gemüse, kontaminiert mit antibiotikaresistenten Bakterien

Boden, Wasser und Gemüse, kontaminiert mit antibiotikaresistenten Bakterien

Nach Angaben der Europäischen Kommission stellen antimikrobielle Arzneimittel und Mikroorganismen, die gegen diese Arzneimittel in der Umwelt resistent sind, eine der größten Gesundheitsgefahren weltweit dar (Vytenis Andriukaitis, EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, März 2019).
Neuere Untersuchungen des niederländischen RIVM zeigen, dass Gülle von Schweinen, Kühen, Hühnern usw. sowie Wasser aus Kläranlagen viele Bakterien enthält, die für bestimmte Arten von Antibiotika unempfindlich sind.
Gülle und Abwasser aus Kläranlagen belastet
Das RIVM untersuchte, wie viele ESBL-produzierende E. coli-Bakterien über Gülle in den Boden und ins Wasser gelangen. Die höchsten Konzentrationen von ESBL produzierenden E. coli wurden in Gülle von Legehennen gefunden. Diese und andere Tiere erhalten regelmäßig Antibiotika. Dadurch sind die Darmbakterien der Tiere resistent gegen verschiedene Arten von Antibiotika. Diese multiresistenten Bakterien landen dann in der Gülle.
Neben Gülle von Nutztieren ist auch Wasser („Abwasser“) aus Kläranlagen eine wichtige Quelle für resistente Bakterien in der Umwelt. Resistente Bakterien im Abwasser stammen aus menschlichen Exkrementen. Da die Bakterien in der Kläranlage nicht vollständig entfernt werden, landen sie in den Flüssen, Bächen und Kanälen, in die diese Pflanzen eindringen. Laut RIVM können Menschen durch den Kontakt mit Oberflächenwasser in Berührung mit multiresistenten Bakterien kommen. Denn die Möglichkeit besteht, dass dieses Wasser durch Abwasser und landwirtschaftliche Nutzung verunreinigt ist.
Die RIVM-Studie zeigt auch, dass die Gesamtmenge der multiresistenten Bakterien, die über Gülle in den Boden gelangen, etwa gleich hoch ist wie die Menge, die über das Abwasser in das Oberflächenwasser gelangt. Dennoch gelangen aus Gülle und Boden nur ein Teil der resistenten Bakterien in das Oberflächenwasser. Daher ist das Abwasser nach Ansicht der Forscher eine größere Quelle resistenter Bakterien als Gülle.
Kontamination von landwirtschaftlichen Kulturen
Es ist bekannt, dass betraubtes Fleisch eine wichtige Quelle für multiresistente Bakterien ist. Dass Rohkost auch eine Quelle sein kann, ist weniger bekannt. So zeigte beispielsweise eine deutsche Studie aus dem Jahr 2018, dass Salat ein Reservoir für Antibiotikaresistenzen sein kann (Blau K et al. 2018). Forschungen in den USA (2019) zeigen, dass resistente Bakterien aus Gemüse den Darm besiedeln können.